Ölfarben

In der Renaissance verwendeten Maler meist Tempera, eine Farbe, die aus Pigmenten und einem Bindemittel (häufig Ei) besteht. Tempera trocknet schnell, so dass Malschichten übereinander gelegt werden können. Erst im Laufe des 15. Jahrhunderts lernten Maler die Vorzüge von Ölfarben kennen, die zum einen langsamer trocknen und so noch auf dem Malgrund vermischt werden können, zum anderen eine höhere Deckkraft aufweisen. Ölfarben waren auch nördlich der Alpen schon in Gebrauch.

Bellini gehörte im Süden zu den ersten Malern, die Ölfarben verwendeten. Er konnte sich dazu mit den Malern aus dem Norden austauschen, die auf ihren Reisen auch Venedig besuchten. Natürlich experimentierte Mantegna ebenfalls mit unterschiedlichen Farben, blieb jedoch anders als Bellini weitgehend der Temperamalerei treu.
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links:
Giovanni Bellini (zugeschrieben): Bildnis eines Humanisten (Andrea Mantegna?), um 1475–80, Öl auf Holz, 35 x 28 cm
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rechts:
Andrea Mantegna: Der hl. Hieronymus in der Wüste, 1448–51, Eitempera auf Holz, 51 x 40 cm © Museu de Arte de São Paulo Assis Chateaubriand / Foto: João Musa