Landschaft

Mit dem wachsenden Interesse an Perspektive, an Naturwissenschaften und an geologischen Phänomenen wurde während der Schaffenszeit von Mantegna und Bellini die Malerei auf Goldgrund weitgehend abgelöst. Der Landschaft wurde zunehmend mehr Raum gegeben, in Darstellungen aus dem Leben Christi und vor allem auch in Heiligenbildern. Oft spiegelt die Landschaft etwas von den dargestellten Ereignissen, wie die Morgenstimmung in der »Auferstehung«, oder verdeutlicht den Kontext, wie die eindrückliche Einöde bei »Hieronymus«.

Bellini setzte Landschaften zur Erzeugung von Atmosphäre ein, während Mantegna offenbar eine akkurate Wiedergabe wichtig war. Bellini war einer der ersten Künstler, dem man die Fähigkeit zusprach, durch gemalte Landschaften Emotionen zu vermitteln. Und damit vielleicht der erste »Landschaftsmaler«?
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Giovanni Bellini: Die Auferstehung Christi, 1475-79, Öl auf Leinwand, von Tafel übertragen, 148 x 128 cm © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Jörg P. Anders